Am
Abend mancher Tage
Am Abend mancher Tage - da stimmt die Welt
nicht mehr
Irgendetwas ist zerbrochen, wiegt so schwer.
Und man kann das nicht begreifen
Will nichts mehr sehn
Und doch muß man weitergehn
Am Abend mancher Tage-da wirft man alles hin
Nun scheint alles, was gewesen, ohne Sinn
Und man läßt sich einfach treiben
Starrt an die Wand
Nirgendwo ist festes Land.
Gib nicht auf
Denn das kriegst du wieder hin
Eine Tür schlug zu
Doch schon morgen wirst du weitersehn
Manchmal ist eine Liebe erfroren über Nacht.
Manchmal will man hin zur Sonne-und stürzt ab.
Manchmal steht man ganz allein da,
ringsum ist Eis,
alles dreht sich nur im Kreis.
Gib nicht auf ....
Am Abend mancher Tage-da stimmt die Welt nicht mehr:
Irgendetwas ist zerbrochen, wiegt so schwer.
Und man kann das nicht begreifen
Will nichts mehr sehn
Und doch muß man weitergehn
Und man läßt sich einfach treiben,
Will nichts mehr sehn,
Und doch wird man weitergehn.
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Liebeslied
Will an Deinen Leib mich fügen,
ohne Furcht vor meinem End.
Will mir einen Frieden lügen,
der nicht auch die Kriege kennt.
Will in Deinen Achselhöhlen
Dunkel tun auf mein Gesicht.
Will von mir das Wissen stehlen,
daß ein Wechsel ist im Licht.
Laß mich lange an Dir leben,
wenn Du mit mir leben willst.
Möcht' Dir wohl Erfüllung geben,
wenn Du Dich in mir erfüllst.
Will an Deinen Küsten landen,
lieber bitter sein als leer.
Lieber will ich an Dir stranden,
als zu sinken auf dem Meer.
Und nach überlangen Jahren,
wenn ein Grau Dein Haar beschlägt,
wenn wir wissen, wer wir waren,
wissen wir, was uns erträgt.
Wenn wir wissen, wer wir waren,
wissen wir, was uns erträgt.
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Wasser
und Wein
Jeder Tag ist offen wie ein Krug
und am Morgen leer, daß man ihn füllt
hat man ihn am Abend voll genug
wird der Durst der Träume gestillt
einer schenkt Wasser
einer schenkt Wein
tagtäglich sich ein
jeder Tag hat Fragen,
die woll´n Antwort
jeden Morgen neu wenn man sich regt
und die Antwort sei, daß man vorm Spiegel
abends nicht die Augen niederschlägt
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Meeresfahrt
Nach dem Sturm da trieben tausend Blüten
auf dem Meer.
Und ich spürte, dass ich endlich am Ziele wär.
Meine Hände glitten matt über dieses fremde Land
Und ich fühlte, irgendwie war mir jeder Fleck bekannt.
Hier ging ich vor 20 Jahren deinem Lied auf den Leim
Und in jedem Hafen dachte ich, ich wär daheim.
Doch dein Lied von Ländern, Helden und Heimlichkeit
Hat mich nun zurück gebracht an den Strand der Kinderzeit.
Wildes Meer, du hast mich geprellt.
Siehst du nicht, hier stand einst mein Zelt.
Wildes Meer, ach, ich fuhr im Kreis
Wildes Meer, ob mein Sohn das weiß?
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Der Frieden
Vielleicht, wenn er kommt, dann erkenn ich
ihn nicht.
Mag sein, dass enttäuscht er die Tür aufbricht,
falls ich aus Furcht sie verriegelt hätt.
Vielleicht dann verwechselt mein zeitweilender Geist
das Palmenzweigblatt, das im Lichte gleißt
mit einem geschliffenen Bajonett.
Viel Dunkles hat die Nacht gesät.
Dass er bloß nicht vorübergeht.
Es ist schon spät.
Ich weiß, wenn er kommt, schleppt er Mühen heran
und steckt nicht als erstes die Weinfässer an
Und liebt uns nicht mehr als wir ihn.
Er lässt dir den Vater, den Bruder, den Sohn,
das andre mach selber, er hat uns ja schon
das Menschenfremdgehn mit dem Krieg verziehn.
Vielleicht, dass er müd wird, wenn keiner ihn sucht.
Vielleicht hat er Furcht, er sei abgebucht,
denn weit muss umgehn er das flackernde Licht.
Vielleicht, dass er umgeht als Du, als ich,
dann reicht ein gewöhnlicher Messerstich,
dass er, dass er zusammenbricht.
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Abendstunde
stille Stunde
Abendstunde stille stunde
Dieser tag ist ausgebrannt
Hinterm wald verschwand die sonne
Rote glut blieb auf dem land
Und der rest der roten asche
Blüht noch fort in unsrem blut
Nach den kalten nächten schlägt ein
Neues feuer aus der Glut
Abendstunde stille stunde
Müde sind wir von der nacht
Haben was wir geben konnten
Lange schon dem tag vermacht
Und es wächst die goldne ernte
Wächst heran auf diesem land
Und das gold das gold der felder
Wird schon bald zu brot gebrannt
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Tagesreise
In die Abendkühle fällt die Ahnung
der Nacht
Tag hat seine Spiele längst vollbracht
Töne meines Tages formt der Abend zum Lied
Klang der meinen Nächten nie entflieht
Blieb ein Schritt den ich tat bestehn
und kann ich dem Freund in die Augen sehn
Der Weg durch den Tag brachte er mir Mut
war er gut.
Hab mir von der Tagesreise manches mitgebracht
einen Fluch den ich verfluchte, Wünsche unbewacht
die Wärme des Erfolges, ein Lächeln das ich mag
und ich glaub ein Stückchen Stärke für den nächsten
Tag
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Wind trägt
alle Worte fort
Wind trägt alle Worte fort
umsonst gesprochen jedes Wort
und ich seh' du hörst mich nicht
zugefrorn bleibt dein Gesicht
Worte, Worte wärmen nicht
wenn man in den Wind sie spricht
Wind trägt alle Worte fort
umsonst gesprochen jedes Wort
ich rede ohne Aufenthalt
deine Augen bleiben kalt.
Worte, Worte wärmen nicht
wenn man in den Wind sie spricht
Doch als ich ermüdet schwieg
Schweigen stieg auf und blieb
Schweigen trägt der Wind nicht fort
Denn es wiegt schwerer als jedes Wort.
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Meine Schulden
Ich schulde Dir noch viele, noch viele gute Worte,
die blieben unbenutzt im Lauf der Zeit.
Ich hätte Dir so vieles, so vieles noch zu sagen,
was uns nicht wieder endlos weit entzweit.
Ich schulde Dir noch viele, noch viele lange Tage,
um einzulösen, was ich Dir versprach.
Die wirklich großen Feste, die Feste unsres Lebens,
die liegen doch noch ungenutzt und brach.
Ich schulde Dir noch viele, noch viele helle Nächte,
die wie Oasen für uns beide sind.
Wo wir im Dunkel uns nicht mehr verlieren,
im Schlafe unsre große Zeit verrint.
Ich schulde Dir viel Mut noch, viel Mut noch und viel Freude,
ich bin Dir näher schon ein großes Stück.
Und kehre nicht erst morgen, nicht morgen sondern heut,
zu Dir mit Schulden, doch mit Mut zurück.
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